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Urlaub Sardinien 2008 (III)

Der Hirtenhund meines Onkels hat geworfen. Die Welpen hat sie in eine kleine Höhle gelegt damit sie von den massigen Felsen geschützt sind. Mein Onkel hat uns 3, die er mit dem ausgestreckten Arm aus dem Loch fischen konnte, rausgeholt. Ich habe keine Ahnung warum,aber dann wollte er auch die anderen unbedingt noch rausholen. Also fängt er an auf einer anderen Seite kleine Steine auf Seite zu räumen. Der große Fels über ihnen, der sozusagen das Dach der kleinen Hohle bildete lag dabei Still und bedrohlich über ihm. Unersättlich räumte er Stein um Stein aus dem Loch, das er freigelegt hatte. Ich wollte mir das kaum ansehen, da ich schon vor meinem inneren Auge den Fels auf die Welpen und ihre Mutter fallen sah. Und dann war es endlich soweit, mit dem Übermut eines neugierigen Kindes, das so stolz auf seine Welpen ist, dass es sie unbedingt allle zeigen muss, wurde der Arm bis zur Schulter in das Loch gesteckt und der Letzte tragende Stein entfernt. Mein Cousin oben auf dem rutschenden Felsen, als mein Onkel den geradegezogenen Stein wieder reinsteckt. Ich hab nur noch meinen Onkel gesehen, begraben unter diesem großen Stein. Den Arm zerquetscht wenn nciht sogar schlimmeres. Schlim genug... aber dann macht er sich auch noch über mich lustig. "Chai paura? - Hast du Angst?"
ANGST? Ma fai scerzi? Machst du Witze? Ich doch nicht. Mein Patenonkel, den ich liebe, der alles für micht ut, der mir von seinem knappen Geld abgibt obwohl ich ihm immer wieder sage, dass es nicht nötig ist, der von den meisten im Dorf nur gehänselt wird, weil er keinen Job hat und vielleicht etwas ungepflegt wirkt, aber von mir trotzdem bei jeder Gelegenheit verteidigt wird, hätte beinahe unter diesem Felsen gelegen mit 7 Welpen und deren Mutter. Ich daneben mit einem Adrenalinstoß, der mich wahrscheinlich befähigthätte den Stein alleine zu heben, wenn es hätte sein müssen. Aber Angst? Nie.
Aber die Sticheleien gehen weiter. Ich fange an mich vor allen zu schämen. Bin ich zu ängstlich? Die anderen scheint es garnciht erschreckt zu haben. UN meine knappen Antworten treiben ihn nur noch mehr an; "Ti sei inquietato? - Bist du beleidigt?" versetzt mit einem eher verlegenen Lächeln um die Situation zu entschärfen. Meine Gedanken rasen immernoch, aber auf Deutsch. Auf italienisch fehlen mir die Worte für das was ich fühle, statt ihrer treten mir zitternde Tränen in die Augen. Die Folge des rasch abfallenden Andrenalinpegels: weiche Knie. Auch das noch.
Ich Atme die weichen Knie und die Tränen weg, wende mich ihm wieder zu und werde ziemlich laut, was der Scheiß soll, warum er die maleducati caniolini , die verfluchten Welpen, nicht da lässt wo sie sind. Und seine Antwort: "ho gia fato cose oiu pericolose. - Ich habe schon gefährlichere Dinge getan." - Schön für dich, hätte ich am liebsten geschrien, schön für dich, ich weiß nicht ob du dumm bist, aber das glaube ich eigentlich nicht, also tu gefälligst nicht so als hättest du dich nciht erschreckt und als sei ich der Blöde, der hier asugelacht gehört.
Aber alles bleibt mir im Halse stecken. Mein Kopf wird wohl noch rot sein. L., M. und B. verstehen vielleicht nich alles, aber mindestens die ersten beiden merken genau, dass ich absolut aufgewühlt bin auch wenn ich mich kaum rühre. Betretene Blicke, etwas ratlos aber auch zurückhaltend. Sie könnten wohl auch keinen Blickkontakt zu mir halten, selbst wenn ich es selbst in dem Moment gekonnt hätte.
Schweigen. Ich starre in die Landschaft, was die anderen tun sehe ich nicht. Werfen sie sich Blicke zu? Es ist mir egal, ich kämpfe mit Tränen der Erregung und Erleichterung als mein Onke mir seinen Hirtenstock hinhält. Es ist ein lange Bambusstock und er sagt: "Pichia mi! Dami un colpo! - Komm schlag mich, gibt mit einen Schlag!" Wäre ich nicht so durchgewühlt hätte ich gelacht, so konnte ich mir nciht mehr als ein "no" abzwingen und versuchen das Zittern meienr Stimme zu unterdrücken. Nur kurz hat L. nachher meine Hand genommen, als alles wieder normal wirkte und mir zugeflüstert "schon OK, es ist ncihts passiert". Mehr als das kurze Drücken meiner Hand wäre auch zuviel gewesen.
B. ist abends natürlich nochmal über das Thema gestolpert, typisch. Aber gesagt habe ich dazu nichts mehr.
Heute habe ich etwas Zeit gebraucht um mich allein zu fühlen. 1 Woche ist jetzt um und ich habe das Gefühl zwischendurch ist es schon ziemlich schwierig. Ich weiß nicht, ob es an mir liegt, an einer anderen Person oder an der Gruppe. Aber gerade kann ich keinen von ihnen vertragen. Ich liege im Bett und schreibe und inhaliere den Duft des T-Shirts, das J. mir mitgegeben hat. Sein Duft ist schon fast verflogen. Ob das die Wärme macht, dass der Duft sos chnell verfliegt? Ich weiß es nciht, aber so lang ist es ja nciht mehr. Im September werde ich mir dann auch ein paar Urlaubstage nehmen, damit ich etwas mehr Zeit mit ihm verbringen kann. Er hat sich Urlaub genommen, und das finde ich super lieb von ihm. Auch wenn das wieder dazu führen wird, dass ich ein schlechtes Gewissen habe, wenn ich dann mal doch nciht kann, so wie ich gerne würde und Arbeiten am haus und an meinem Zimmer vorgehen.

5.8.08 15:35
 


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